Größe fordert
Verantwortung

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

vor sich haben Sie den Nachhaltigkeitsbericht der Deutsche Wohnen für das Jahr 2018. Ein Jahr, das wichtig für uns war, weil wir gut dabei vorangekommen sind, nachhaltiger zu denken, zu planen, zu bauen und zu wirtschaften. Kurz gesagt, mehr Verantwortung für morgen zu tragen.

Diese Haltung ist kein Selbstzweck, sondern eine notwendige Ausrichtung unseres Unternehmens: Die in Deutschland vermieteten Flächen sind für rund 40 % des Endenergieverbrauchs verantwortlich und verursachen rund ein Drittel der Klimaemissionen in unserem Land. Ein Umstand, der mit Blick auf den Klimawandel erheblich ins Gewicht fällt. Mit unserem Bestand von 167.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten fällt uns dabei eine wichtige Aufgabe zu. Dementsprechend investieren wir gezielt in unsere Quartiere. So erreichen wir Verbesserungen in der Energieeffizienz um durchschnittlich 30 %. Damit liegen wir im Vergleich vorne: Heute schon ist die Energiebilanz von rund 60 % unserer Wohneinheiten besser als der vergleichbare Durchschnittsverbrauch von Wohngebäuden in Deutschland. Wir setzen hier vor allem auf die Wärmedämmung, effizientere Erzeugungsanlagen und stellen zudem auf umweltfreundlichere Energieträger um. Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr mit unseren Maßnahmen den Ausstoß von rund 26.000 Tonnen CO2 vermeiden können.

 

Es geht um zukünftige Generationen …

Uns treibt dabei der eigene Anspruch an, dass unsere Wohnungen und Quartiere auch den Bedürfnissen zukünftiger Generationen entsprechen. Vor dem Hintergrund des langen Lebenszyklus einer Immobilie müssen wir die sich ändernden Ansprüche an das Wohnen schon heute mitdenken. Dazu gehört, dass wir zukünftig eine Steuer auf die Emission von Kohlendioxid erwarten. Dieser Weg wäre gut und richtig, wenn die Abgaben sozialverträglich sind und gerecht verteilt werden. Unsere Mieterinnen und Mieter werden von den Sanierungsmaßnahmen profitieren, die wir heute durchführen, denn unsere Wohnungen stehen aus energetischer Sicht deutlich besser da als andere.

… und damit geht es auch um Geld

Dieses Vorgehen kostet Geld – keine Frage. Die Gründe dafür sind, dass unser Bestand im Schnitt 70 Jahre alt ist und dass wir unsere Arbeit sorgsam – also sinnvoll – machen. Wir setzen zum Beispiel auf nachhaltige Wärmedämmung mit Mineralstoffen oder Zellulose anstelle von Kunststoffen. So ersparen wir kommenden Generationen die Sondermüllberge von morgen. Belasten wir unsere Mieterinnen und Mieter finanziell über Gebühr für dieses Vorgehen? Nein: Wir sanieren nachweisbar sozialverträglich. Wir wenden eine Härtefallregelung an, damit die Gesamtmiete nicht mehr als 30 % des Nettohaushaltseinkommens beträgt. Beachtet werden muss auch, dass wir den größten Anteil der Sanierungsaufwendungen selbst tragen. Nur knapp ein Drittel der Sanierungskosten bildet die Basis für die sogenannte Modernisierungsumlage. Diese lag in den vergangenen Jahren durchschnittlich bereits deutlich unter den damals gesetzlich zulässigen 11 %. Darüber hinaus haben wir mit verschiedenen Berliner Bezirken Vereinbarungen zur verantwortungsbewussten Durchführung von Sanierungsmaßnahmen geschlossen.

Sanierungsarbeiten sind mit Lärm, Schmutz und Kosten verbunden und stellen oft eine Belastung für die Bewohner dar. Wir beziehen sie deshalb frühzeitig ein und suchen den direkten Austausch – im Rahmen von Mieterveranstaltungen, Mietersprechstunden oder in über 800 persönlichen Gesprächen bei unseren Kunden vor Ort. Das ist ein Weg, der sich bewährt hat und den wir weiter ausbauen wollen. Dabei können wir auf engagierte Mitarbeiter zählen, die auf die Belange der Bewohner eingehen und individuelle, tragbare Lösungen vereinbaren.

Die Zufriedenheit unserer Kunden ist ein hohes Gut, das wir erhalten wollen. Entsprechend ist dieses Ziel ein wichtiger Bestandteil unseres strategischen Nachhaltigkeitsprogramms. Diese Sicht bestätigt auch eine Stakeholderbefragung, die wir im Herbst des Berichtsjahres durchgeführt haben. Sie hat gezeigt, dass Kundenzufriedenheit, Kundengesundheit und -sicherheit sowie der Dialog mit unseren Kunden zu den besonders relevanten Themen zählen.

Wir entsorgen – im wahrsten Sinn des Wortes

Das Einsparen von Energie und das Mindern der Kohlendioxidemissionen sind wichtig, wenn es um die nachhaltige Bewirtschaftung unseres Bestandes geht. Aber das ist nicht alles. Entsorgen ist im Alltag unseres Unternehmens ein weiterer wichtiger Aspekt geworden – auch im eigentlichen Sinne des Wortes. So beseitigen wir Altlasten, die andere Generationen hinterlassen haben und die zu Recht Sorgen bereiten. Das beginnt bei der verantwortungsvollen Beseitigung von Asbest im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen und reicht bis zur Reinigung des Erdreichs und Grundwassers von Arsen. Dies geschieht zurzeit im Berliner Bezirk Spandau auf einem Grundstück, auf dem schon vor weit mehr als einhundert Jahren eine Munitionsfabrik stand. Die Kosten dafür tragen wir.

Wir wären nicht die Deutsche Wohnen, wenn wir nicht im Sinne des Denkmalschutzes handeln würden. Mit dem Schutz historischer Bausubstanz und denkmalgeschützter Architektur werden wir unserer Verantwortung gerecht, einen Beitrag zum Erhalt kultureller Identität zu leisten. Damit diese Gebäude auch nachfolgenden Generationen als Baudenkmäler erhalten bleiben, haben wir 2018 rund EUR 29 Mio. in deren Zukunftsfähigkeit, Werthaltigkeit und energetische Ertüchtigung investiert.

Die Digitalisierung als Werkzeug nachhaltigen Wirtschaftens

Nachhaltigkeit hat bei uns gerade im Jahr 2018 noch eine weitere Facette bekommen: die Digitalisierung. Auch hier geht es um nachhaltigeres Wirtschaften. So macht die digitale Verwaltung unserer Gärten und Grünflächen mehr Umweltschutz und Artenvielfalt möglich. Die digitale Steuerung von Fahrstühlen, von Thermostaten in den Wohnungen oder von Licht in den Außenanlagen spart Strom und Energie. Nicht zuletzt entfallen durch die geplante digitale Erfassung und Präsentation jeder einzelnen Wohnung unseres Bestandes Wege – auch bei Besichtigungen durch unsere Kunden.

Der demografische Wandel geht weiter

Um den demografischen Wandel ist es in der öffentlichen Diskussion etwas stiller geworden – aus unserer Sicht zu Unrecht. Hier wächst weiter eine Herausforderung heran, um die wir uns heute im Sinne der Zukunftsfähigkeit kümmern. Dazu gehört für uns auch, dass wir bei unseren Sanierungs- und Neubauprojekten an die Anforderungen von älteren Bewohnern denken. Dabei geht es um Flächengröße, Schnitt und Barrierefreiheit – aber auch um die Mischung im Quartier. Zum Leben im Alter gehört auch die Pflege: 37 neue Einrichtungen haben 2018 unser Portfolio ergänzt. Mit insgesamt 12.200 Pflegeplätzen und Appartements für Betreutes Wohnen ist die Deutsche Wohnen damit einer der größten Bestandshalter von Pflegeimmobilien in Deutschland.

Um unsere Ziele zu erreichen, brauchen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die exzellent qualifiziert sind. Allein im Jahr 2018 verbrachten unsere Mitarbeiter und Führungskräfte rund 21.000 Stunden in Bildungsmaßnahmen. Wir achten dazu auf eine marktgerechte Vergütung und nehmen regelmäßig entsprechende Anpassungen vor. Darüber hinaus beteiligen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Unternehmenserfolg, zu dem sie wesentlich beitragen, und honorieren insbesondere langjährige Betriebszugehörigkeit. Dieser Weg findet Anerkennung: Die Mitarbeiterbefragung aus dem Jahr 2018 hat gezeigt, dass 79 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zufrieden mit der Deutsche Wohnen als Arbeitgeber sind.

Mehr zu diesen und anderen wichtigen Themen finden Sie auf den kommenden Seiten. Ich hoffe, dass wir Sie für unseren Weg, immer nachhaltiger zu wirtschaften, begeistern können …

Berlin, im Juni 2019

Michael Zahn Vorstandsvorsitzender der Deutsche Wohnen SE