Verantwortung
übernehmen – für die Menschen, für die Stadt

„Eigentlich sollte hier schon lange gebaut werden, aber jetzt müssen wir erst einmal mühevoll wegräumen, was andere hinterlassen haben“, sagt Florian Maas, Geschäftsführer Neubau bei der Deutsche Wohnen. Dass an der Daumstraße im Berliner Bezirk Spandau noch nicht mit dem Bau von mehr als 200 Wohnungen für Jüngere, Ältere, Familien und Alleinstehende begonnen wurde, liegt auch an der Vornutzung des Grundstücks als Kampfmittelproduktions-standort bereits seit preußischer Zeit.

Auf den ersten Blick sieht das Grundstück an der Daumstraße aus wie andere Baustellen in Berlin auch: Viel, viel heller märkischer Sand ist zu sehen, glatt planiert und bereit, bebaut zu werden. Dass hier aber etwas nicht so ist, wie es sein sollte, ist leicht an den Männern in den weißen Schutzanzügen zu erkennen. Sie arbeiten an kleinen weißen Röhren, die in den Sand eingelassen sind und bis ins Grundwasser reichen. „Leider ist bei diesem Grundstück nicht nur der Boden belastet, sondern auch das Grundwasser“, erklärt Florian Maas und ergänzt: „Also werden wir auch das sanieren müssen. Damit ist der Umfang der Arbeiten noch einmal größer als erwartet.“ Schon jetzt sei der Aufwand enorm, um den bereits abgetragenen Boden mittels Wäsche zu reinigen, so auch die Einschätzung der mit der Entsorgungskoordination befassten Deutsche Wohnen- Kollegen Marco Winkler und Stefan Kornow. Auch das zuständige Landeskriminalamt Berlin hält den Grad der Belastung mit Chemikalien für außergewöhnlich hoch. Kein Wunder also, dass große Teile des Grundstücks immer noch mit Schutzkleidung betreten werden müssen.

Der Grund für diesen sehr kostspieligen Einsatz hat seinen Ursprung in der Königlichen Pulverfabrik, die hier von 1867 bis 1919 in Betrieb war. Ihr folgte 20 Jahre später die Lonal GmbH, die vom Heereswaffenamt zur Herstellung sogenannter Blaukreuz- Kampfstoffe gegründet worden war. Im Jahr 2018 wurde damit begonnen, ein umfassendes Sondierungskonzept zu entwickeln und abzuarbeiten, um die zu entnehmende Bodenmenge im Rahmen der Sanierung bemessen zu können. Erst dann lassen sich die Sanierungskosten beziffern, die bisher allein die Deutsche Wohnen trägt. Dabei war an vielen Stellen bekannt, dass sich auf dem Areal eine Kampfmittelfabrik befand. Das Grundstück selbst ist durch Übertragung vom Land Berlin in den kommunalen Bestand der GSW gelangt. Die Deutsche Wohnen ist der erste in einer langen Kette von Eigentümern, der der Kontamination systematisch nachgeht. Das Unternehmen steht in enger und konstruktiver Abstimmung mit vielen öffentlichen Stellen, wie der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, der Umweltbehörde oder dem erwähnten Landeskriminalamt. Im Jahr 2019 soll so ein tragfähiges und nachhaltiges Konzept zur Bodensanierung erstellt sein. Wann mit den Bauarbeiten für die neuen Wohnungen begonnen werden kann? Das lässt sich heute noch nicht sagen …

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