Ganzheitlich – von der Gebäudehülle bis zum Energieträger

Die Deutsche Wohnen setzt bei ihren Neubauvorhaben auf integrale Energiekonzepte, die maßgeschneidert werden und auf der ganzheitlichen Betrachtung und Planung der Energieversorgung basieren.

„Und das aus gutem Grund“, wie Christian Pfeuffer sagt: „So kann für jeden Standort eine Lösung ent- wickelt werden, die technisch, wirtschaftlich und ökologisch genau passt.“ Dazu ergänzt der Teamleiter im Bereich Energiemanagement der Deutsche Wohnen Beschaffung und Beteiligung GmbH: „Das ist notwendig, weil in jedem Quartier die Bedingungen anders sind, das gilt für die Technik genauso wie zum Beispiel für die Struktur der Mieterinnen und Mieter.“

Ein Beispiel für eines der integralen Energiekonzepte ist das Neubauvorhaben in Potsdam-Krampnitz. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Potsdam errichtet die Deutsche Wohnen auf dem ehemaligen Kasernengelände ein nachhaltiges Quartier mit rund 1.400 Wohnungen – als Teil eines neuen Stadtteils für rund 10.000 Menschen. Das integrale Energiekonzept setzt auf eine CO2-neutrale und fossilfreie Energieversorgung. Die neue Energiezentrale wird aus Blockheizkraftwerken, Wärmepumpen, Elektrodenkesseln und Spitzenlast-Heizkesseln bestehen. Dazu kommen Niedertemperatur-Wärmenetze, Photovoltaikanlagen, Solarthermie-Freiflächenanlagen in der Peripherie und Wärmespeicher außerhalb der Energiezentrale. Und: Sogar die Wärme aus dem Abwasser soll genutzt werden.

Ein anderes Beispiel: das Quartier am Marienhain in Berlin-Köpenick. Hier wird ab 2020 ein ganz neues Wohnviertel mit insgesamt 63 Gebäuden und rund 1.200 Wohnungen auf dem 150.000 m2 großen Grundstück direkt am Ufer der Dahme entstehen. Die Wärmeproduktion in der Liegenschaft erfolgt über ein zentrales Heizkraftwerk. Die Anlage erreicht einen Primärenergiefaktor von 0,5. Durch die effiziente Kombination einer BHKW-Anlage mit 2 × 400 kW elektrischer Leistung und ergänzend dazu modernsten Brennwert-Erdgaskesselkaskaden wird dieser Wert erreicht. Durch die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und elektrischer Energie können gegenüber einer normalen Gasbrennwertversorgung etwa 700 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Vom zentralen Heizkraftwerk wird die Wärme über ein Fernwärmenetz in 27 Unterstationen verteilt, die die jeweiligen Gebäudekomplexe versorgen. Die Anlagenüberwachung erfolgt über eine zentrale Gebäudeleittechnik per LAN-Kabel. Zudem werden die Anlagenparameter aller Wärmeerzeugungs- und -übergabeanlagen digital aufbereitet und über ein Monitoringsystem systematisch gesteuert. Im Ergebnis wird die Liegenschaft durch die optimal auf die energetischen Anforderungen abgestimmte Anlagentechnik ökologisch und ökonomisch nach dem neuesten Standard versorgt.

Der Primärenergiefaktor gibt das Verhältnis zwischen der eingesetzten Gesamtmenge an Energie und der Energie wieder, die tatsächlich – zum Beispiel zum Heizen – genutzt wird.