Hier wohnt Leben

Ob in einer Siedlung der klassischen Moderne, in einer Großwohnsiedlung, im stilvollen Altbau oder im Neubau – keine Wohnung ist wie die andere. So vielfältig wie die Wohnungstypen, so vielfältig sind auch die Menschen, die hier wohnen, leben und immer öfter auch arbeiten. Alle haben jedoch eines gemeinsam: Es ist ihnen wichtig, dass sie sich in ihrer Wohnung und Nachbarschaft wohlfühlen.

 

Gabriele, Pflanzenliebhaberin und Hobbygärtnerin

Gabriele wohnt in Berlin-Zehlendorf. Die Wohnung gefällt ihr, genauso wie das Grün der Umgebung und die ganze Nachbarschaft. Hier im Westen Berlins fühlt sich die Rentnerin wohl. Sie und ihr Mann wollen hier noch lange bleiben.

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Wenn ich unten im Beet irgendwas mache und die Nachbarin kommt vorbei, dann mach ich erstmal einen Schwatz mit ihr.

Gabriele

Einen Palast wollte Gabriele nie. Weder damals in Ostberlin, im Prenzlauer Berg, als die Mauer die Stadt noch teilte – vielmehr war es der Garten mit Beet vor dem Fenster einer Parterrewohnung, den sie mit einem Sprung vom Fensterbrett erreichte und der sie glücklich machte. Noch nach ihrem bewilligten Ausreiseantrag, der die kurze Reise nach Westberlin, nach Zehlendorf, möglich machte. Zusammen mit ihrem Mann fand sie später eine Wohnung im Dachgeschoss mit Balkon. Auch ein Beet gibt es wieder. „Ich komm vom Schlafzimmer, geh durchs Wohnzimmer und alles ist lichtdurchflutet. Und ich geh auf den Balkon und dann ist eine Ruhe, die guttut“, erklärt die 75-Jährige. Besser als hier könne man gar nicht leben, direkt an der Grenze von Stadt und Natur.

Gabriele und ihr Mann hängen sehr an dieser Wohnung. Sie haben hier die letzten 30 Jahre verbracht und finden es auch immer noch nicht schlimm, all die Treppen bis ins Dachgeschoss zu steigen. Trotz des Alters. „Natürlich müssen wir uns jetzt einen neuen Plan machen. Wir müssen wissen: ‚Okay, das können wir noch machen und das können wir nicht mehr.‘ Sich das einzugestehen und es dann auch umzusetzen, ist verdammt schwer.“ Die Vertrautheit der eigenen Wohnung werde im Alter jedenfalls immer wichtiger, ergänzt Gabriele.

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Serkan, Familienmensch und Spaziergänger

In der Küche stehen Babyfläschchen, auf dem Wohnzimmerboden liegt eine Spieldecke und in einem anderen Zimmer stehen eine Wiege und ein Doppelstockbett – keine Frage, hier wohnen Kinder. Drei Jungs insgesamt, im Alter von fünf Monaten bis zehn Jahren. Der Vater ist Serkan. Die Familie geht ihm über alles – das ist schnell zu spüren. Gleiches gilt für seine Frau.

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Hier muss man sich keine Sorgen machen, wenn die Kinder draußen spielen.

Serkan

Beide strahlen, wenn es um ihren Kiez in Britz im Süden von Berlin geht, in dem sie seit elf Jahren leben. „Wenn ich morgens mit dem Hund die Runde mache, dann höre ich die Vögel singen“, sagt Serkan. Das kannte er so nicht: „Früher habe ich Wilmersdorf gelebt, gleich an der Stadtautobahn.“ Das viele Grün hat es ihm angetan. Den Weg durch die breite und langgestreckte Grünanlage mit den vielen Bäumen zum. alten Gutshof in Britz nennt er „meinen Wald“. Dazu kommen die Gärten der Mieter:innen im Erdgeschoss in seinem Haus, die sich alle Mühe geben, ihr kleines Stück Natur zu pflegen. Das ist ihm wichtig, das erkennt er gerne an. Warum ist ihm das so wichtig? „Weil Natur Leben bedeutet.“ Aber es ist nicht nur das viele Grün, das dafür gesorgt hat, dass sie innerhalb des Kiezes in eine größere Wohnung umgezogen sind. „Auch die sichere Umgebung“, sagt Serkan. Und die Nachbarschaft? „Wir treffen immer jemanden, den wir kennen, sobald wir aus dem Haus gehen. Manchmal wird auch fröhlich vom Balkon gegrüßt.“

In der Wohnung ist die Küche ein besonderer Ort. Hier kocht und backt die Familie zusammen. Danach geht’s vielleicht raus zum Gutshof oder zum benachbarten Zirkus oder auf den Spielplatz. Schlechtes Wetter ist ein guter Grund, ein Spiel zu spielen oder Popcorn zu machen und einen Film zu schauen. Hauptsache, gemeinsam.

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Hans-Jürgen, Kunstliebhaber und Sammler

Ein Leben passt nicht in eine Wohnung. Die dazugehörigen Erinnerungen schon, und Hans-Jürgen und sein Partner Rainer sammeln sie mit Leidenschaft. Die Nachbar:innen und das Grün der Umgebung sorgen ebenfalls für Zufriedenheit. Das Paar fühlt sich pudelwohl in seiner Wohnung.

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Es kann immer etwas passieren. Deshalb ist es gut, wenn ich mich auf meine Nachbar:innen verlassen kann.

Hans-Jürgen

Hans-Jürgen ist Frührentner, 61 Jahre alt und wohnt in Berlin-Marienfelde. Vor einem Jahr ist er mit seinem Lebensgefährten Rainer hergezogen. Beide sammeln für ihr Leben gern. Ein Samowar, 2.500 Bücher, grün schimmerndes Uranglas und Dekoporzellan, soweit das Auge reicht. Das Gesammelte ist ein raumgreifender Mitbewohner. „Betrunken dürfen wir hier nicht sein, sonst verursachen wir einen größeren Schaden“, scherzt Hans-Jürgen.

Die Gegenstände sind aber mehr als Deko. Sie erinnern Hans-Jürgen jeden Tag an besondere Momente seines Lebens: „Ich habe sehr viele Geschenke von ganz lieben Menschen. Die pflege ich natürlich bevorzugt. Der Samowar erinnert mich beispielsweise an einen ukrainischen Freund, der leider nicht mehr bei uns ist.“

Die eigenen vier Wände sind für Hans-Jürgen und Rainer aber mehr als ein Ort, an dem ihre Erinnerungen wohnen. Sie sind auch Unterschlupf und Rückzugsort, der Sicherheit verspricht. „Es gab schon Mieter:innen in anderen Nachbarschaften, die etwas gegen Rainer und mich als Paar hatten. Und das ist hier nicht der Fall“, sagt Hans-Jürgen. Sie sind schnell angekommen in ihrer neuen Umgebung, „die so schön grün ist“.

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Gabriele

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