Wir bauen auf Verantwortung

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

im vergangenen Jahr wurden in Deutschland zwei Themen intensiv erörtert, die uns als Deutsche Wohnen direkt betreffen. Das eine war die Diskussion zur Höhe der Mieten in den großen Städten und Metropolregionen in unserem Land. Das andere Thema begleitet uns seit Längerem und wir arbeiten seit Jahren ernsthaft daran: der Klimaschutz.

Mehr Regularien schaffen nicht mehr Wohnungen

Die Auseinandersetzungen zu einem sogenannten Mietendeckel und zu anderen tief in den Markt eingreifenden Regularien sind vor allem in Berlin mit großem Einsatz und manchmal auch mit Verbissenheit geführt worden. Trotz starker Vorbehalte wurde im Februar 2020 das Gesetz zum Mietendeckel verabschiedet. Ob es vor den Gerichten Bestand haben wird? Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft und ihre Verbände sind, auch mit Blick auf das Grundgesetz, sehr skeptisch. Aus unserer Sicht zu Recht.

Dabei wurde und wird nach wie vor ausgeblendet, dass die steigenden Mieten eine einfach zu verstehende Ursache haben: Es gibt zu wenige Wohnungen in den großen Städten und boomenden Metropolregionen. Die Zahl der Wohnungen nimmt durch einen Mietendeckel nicht zu – ganz im Gegenteil. Wer in den Wohnungsbau investieren will, der muss die Mittel dafür erwirtschaften können. Dabei muss unserer Überzeugung nach berücksichtigt werden, dass nicht alle Menschen in der Lage sind, jede Miethöhe zu zahlen. Wird hier nicht Rücksicht genommen, dann verdrängen die Besserverdienenden die Wenigerverdienenden in den beliebten Stadtbezirken oder Regionen durch ihre wirtschaftliche Kraft, weil das begehrte Gut Wohnung gerade hier knapp ist. Diese Entwicklung führt im Laufe der Zeit zu einer veränderten Sozialstruktur im Quartier, im Stadtteil und in der Stadt, die sich so kein verantwortungsvoller Vermieter wünscht. Deshalb schlagen wir zwei Maßnahmen vor, die das Wohnen besser und vor allem fairer machen. Zum einen muss die Miete auch an der individuellen Einkommenssituation orientiert werden. Zum anderen muss – und das ist eine Forderung, die schon seit vielen Jahren gestellt wird – das Bauen einfacher und schneller werden. Jahre dauernde Genehmigungsverfahren und immer neue Vorschriften treiben die Kosten nach oben und sorgen dafür, dass weniger Wohnungen gebaut werden als möglich wäre.

Eine neue Form des Dialogs für neue Lösungen

Wir sind sicher, dass es wenig überzeugt, wenn ausschließlich Forderungen gestellt werden und Kritik geübt wird. Deshalb wollen wir ganz praktisch beispielgebend sein. So haben wir mit unserem Berlin-Dialog Berlinerinnen und Berliner, Vertreter der Wirtschaft und der Politik zusammengebracht, um gemeinsam und auf Augenhöhe zu diskutieren. Dass unser Angebot angenommen wurde, hängt sicher auch damit zusammen, dass wir im Vorfeld einen entscheidenden Schritt unternommen haben. Er spiegelt wider, dass unsere Haltung keine hohlen Worte sind: Wir haben unseren Mietern mehrere Versprechen gegeben, weil sie bei uns gut und sorgenfrei leben sollen. Dass keiner unserer Mieter seine Wohnung durch eine Modernisierungsmaßnahme oder eine Mieterhöhung aufgeben muss, sind nur zwei dieser Versprechen. Die vollständige Übersicht zu unseren Versprechen finden Sie auf der Seite Unser Versprechen. Eines möchte ich in diesem Zusammenhang gerne bemerken: Unsere Mieterversprechen sind in dieser Form auf dem deutschen Wohnungsmarkt einzigartig.

Weil durch unseren Dialog mit den Menschen in Berlin und durch unsere Versprechen an unsere Mieter alleine keine Wohnung gebaut wird, haben wir der Stadt ein Angebot gemacht: unseren Pakt für faires Wohnen. Die Vorschläge umfassen zum Beispiel den Umgang mit Bauland für den Neubau von Wohnungen, wobei die Städte unnötige Spekulationen beenden sollten. Dazu ist die Ausweisung neuer Entwicklungsgebiete für den Neubau im Rahmen einer vernünftigen Stadtentwicklung unabdingbar. Und: Klimaschutz und Mieterschutz dürfen in diesem Rahmen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir brauchen beides: energieeffiziente Wohnungen und bezahlbare Mieten.

Taten statt Worte – vor allem beim Klimaschutz

Damit sind wir beim Klimaschutz, dem zweiten großen Thema des Jahres 2019. Wir verdanken es Meinungsbildnern und Aktivisten, dass die Diskussion um den Klimaschutz ins Zentrum der öffentlichen Debatte gerückt ist. Die Fridays for Future-Bewegung um Greta Thunberg war hier treibende Kraft. Klimaschutz geht uns alle an und ist deshalb eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich alle gleichermaßen stellen müssen. Dabei ist zu bedenken, dass Klimaschutz nicht zum Nulltarif zu haben ist. Darüber muss im Kreis von Mietern, Politik und Vermietern offen gesprochen und sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Die Deutsche Wohnen ist Teil der Branche, auf die in Deutschland rund 40 % des Energieverbrauchs und etwa ein Drittel der Kohlendioxidemissionen entfallen. Wir sollten somit Teil der Lösung sein, wenn es um die konsequente und schnelle Reduzierung von klimaschädlichen Emissionen geht. Auch im Berichtsjahr haben wir einen aktiven Beitrag geleistet und mehr als EUR 50 Mio. in Maßnahmen zum Klimaschutz investiert. Uns ist es auch im Jahr 2019 wieder gelungen, die Energieeffizienz unseres Portfolios zu steigern. So weisen rund 64 % unserer Wohngebäude eine bessere Energiebilanz als der Durchschnitt der Wohngebäude in Deutschland auf. Dabei standen im Berichtsjahr vor allem drei Quartiere in Berlin im Mittelpunkt der energetischen Sanierung: die Springsiedlung und die Otto-Suhr-Siedlung in Kreuzberg sowie die Onkel-Tom-Siedlung in Zehlendorf. Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr mit unseren umfassenden Maßnahmen den Ausstoß von mehr als 25.000 Tonnen CO2 vermeiden können.

Mehr Energieeffizienz, mehr Wohnkomfort

Neues zu bauen, bedeutet im Zeitalter der Digitalisierung und des Klimawandels nicht mehr einfach nur, umbauten Raum zu schaffen oder zu sanieren und instand zu halten. Das Wohnen der Zukunft wird in smarten Quartieren stattfinden und für mehr Energieeffizienz und Wohnkomfort sorgen. Dazu zählen die Ladesäule für das E-Auto genauso wie die smarte Türkommunikation oder digitale Messdienstlösung für das intelligente Heiz- und Energiemanagement – um nur drei Beispiele zu nennen. Das smarte Gebäude ist bei der Deutsche Wohnen keine Zukunftsmusik mehr, sondern ist an vielen Stellen bereits Realität. Auch davon ist, wie zu den anderen genannten Themen, in diesem Bericht zu lesen.

Quartiere und Gesellschaft aktiv entwickeln

Als eines der größten Wohnimmobilienunternehmen in Deutschland sind wir ein Teil des Alltags und der Stadtgesellschaften in unserem Land. Deshalb engagieren wir uns auch in der Quartiersentwicklung und unterstützen soziale und gemeinnützige Initiativen. Wir fördern den Denkmalschutz, die Baukultur sowie Kultur, Kunst und Sport. Im vergangenen Jahr haben wir zum Beispiel das Projekt Housing First für obdachlos gewordene Frauen und Männer unterstützt und entsprechende Wohnungen zur Verfügung gestellt. Ein weiteres Beispiel sind unsere umfassenden Investitionen in den Schutz und Erhalt von Baudenkmälern: Rund EUR 11 Mio. haben wir dafür zur Verfügung gestellt. Wir erhalten aber nicht nur gerne das Bewahrenswerte, wir fördern mit großer Freude auch das Neue. Im Berichtsjahr stand dabei die Unterstützung urbaner Kiezkultur im Zentrum. Im Rahmen des Berlin Mural Fest 2019 sind zehn unserer Fassaden zu riesigen Gemälden in der Hauptstadt geworden – zur Freude der Künstler, Anwohner und Besucher.

Unsere Mitarbeiter …

Die Menschen, die bei uns arbeiten, sind für uns sehr wichtig. Sie sorgen maßgeblich für unseren Erfolg und deshalb müssen wir wissen, ob sie sich bei uns wertgeschätzt fühlen und ob sie für ihre Arbeit die Bedingungen vorfinden, die sie brauchen. Dazu – und zu anderen wichtigen Themen – haben wir unsere Mitarbeiter im vergangenen Berichtsjahr wieder befragt. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass 77 % unserer Mitarbeiter zufrieden mit uns und wir als Arbeitgeber auf genau dem richtigen Weg sind. Dennoch: Es gibt auch einige Punkte, die wir verbessern können und verbessern werden.

… und unsere Kunden

Bei allem, was wir unternehmen, stehen immer unsere Kunden im Zentrum unseres Handelns. Im Berichtsjahr haben wir sie wieder von einem unabhängigen Institut befragen lassen. Mit einem sehr guten Ergebnis, wie wir sagen können: 87 % unserer Mieter sind mit ihrer Wohnung zufrieden und mehr als drei Viertel bewerten unsere Arbeit als Vermieter positiv. Das hat uns gerade im vergangenen Jahr sehr motiviert, auf dem Weg weiterzugehen, den wir eingeschlagen haben. Dazu haben uns unsere Mieter auch ein paar Hausaufgaben mitgegeben, dazu mehr auf der Seite Das Wort unserer Kunden.

Ein Nachhaltigkeitsbericht ist seiner Natur nach immer vom Blick zurück geprägt. Die besondere Situation, in der sich die Welt jetzt befindet, macht auch einige Worte zur COVID-19-Pandemie notwendig, die zurzeit tief in den Alltag aller Menschen eingreift. Neben den Schwer- und Schwersterkrankten leiden viele Menschen auch unter den wirtschaftlichen Folgen dieses neuen Virus. Wir haben uns deshalb kurzfristig entschieden, einen Hilfsfonds in Höhe von EUR 30 Mio. aufzulegen, der unseren Mietern und Partnern in Not zugutekommen soll. Wir hoffen, dass wir damit auch einen Weg zeigen, auf dem andere folgen werden.

Berlin, im Juni 2020
Michael Zahn
Vorstandsvorsitzender der Deutsche Wohnen SE

Aktuelles Thema: COVID-19-Pandemie

„Zur Zeit der Abfassung dieses Berichts im Frühjahr 2020 steht unser Land, wie die ganze Welt, vor einer einzigartigen Herausforderung: dem Kampf gegen die COVID-19-Pandemie. Diese Seuche hat nicht nur schwerste Erkrankungen und Todesfälle zur Folge, sie bedroht auch die wirtschaftliche Existenz vieler Menschen. Dazu zählen zum Teil auch unsere Mieter und partnerschaftlich verbundene Unternehmen und Dienstleister. Ihnen wollen wir in dieser schwierigen Situation entlastend unter die Arme greifen und legen deshalb einen Corona-Hilfsfonds über rund EUR 30 Mio. auf. Wir hoffen, damit ergänzend zu den Maßnahmen von Bund und Ländern ganz praktische Hilfe zu leisten und zugleich auch Vorbild für andere zu sein, sich in ähnlicher Weise zu engagieren. Zur Finanzierung des Hilfsfonds haben der Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, der kommenden Hauptversammlung eine auf 90 Cent je Aktie reduzierte Dividende vorzuschlagen.“

Michael Zahn