Vom Dialog zum Pakt für faires Wohnen

Das Jahr 2019 war geprägt von einer breiten gesellschaftlichen Diskussion zum Thema Wohnen in Deutschland. Das Zentrum der Debatte war dabei Berlin. Das wundert nicht, denn der Markt für Mietwohnungen – 85 % der Berliner wohnen zur Miete – ist hier besonders angespannt. Bis zum Jahr 2030 fehlen mehr als 200.000 Wohnungen. Die Deutsche Wohnen war Teil dieser Diskussion, die schnell intensiver wurde. Im Herbst wurde es Zeit, das Gespräch zu versachlichen.

Dabei sind wir bereits im Sommer mit unseren Versprechen an unsere Mieter vorangegangen. Dazu zählt zum Beispiel die Zusage, dass keiner unserer Mieter durch Modernisierungsmaßnahmen seine Wohnung wird aufgeben müssen – mehr dazu auf Seite 46. Im nächsten Schritt lud das Unternehmen zum Berlin-Dialog für einen fairen Wohnungsmarkt ein. Den Rahmen bildeten vier Dialogforen vor Ort: Über 240 Zuschauer kamen in Steglitz-Zehlendorf, Pankow, Lichtenberg und Charlottenburg mit insgesamt 21 Experten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ins Gespräch. Und: Unter der Adresse faires-wohnen.berlin wurde eine öffentliche digitale Plattform zur Verfügung gestellt. Hier konnten sich alle Berlinerinnen und Berliner einbringen – mit Ideen, Fragen und auch Kritik für einen fairen Wohnungsmarkt. So wurden die Diskussionen weit gefächert und lebhaft geführt – dies zum Teil auch mit sehr unterschiedlichen Positionen. Einigkeit allerdings bestand in dem Punkt, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann.

Am Ende des Jahres stand deshalb die Frage im Zentrum: Was ist jetzt konkret zu tun? Hier hat die Deutsche Wohnen einen wichtigen Beitrag geleistet und den Pakt für faires Wohnen formuliert und im Dezember der Öffentlichkeit vorgestellt.

Damit nicht nur die zu Wort kommen, die sich aktiv beteiligen, hat die Deutsche Wohnen zusätzlich im Rahmen des Projektes Faires Wohnen in Berlin 1.000 Menschen durch das Meinungsforschungsinstitut Kantar TNS befragen lassen. Dazu gehörte auch die Frage, woran es liegt, dass es in Berlin zu wenige Wohnungen gibt.

Eine weitere Frage brachte überraschende Antworten: Die meisten teilen die Ansicht der Wohnungswirtschaft, dass nur eine Vergrößerung des Angebots das sinnvolle Mittel gegen steigende Mieten ist.

Weniger überraschend ist dagegen, dass für die meisten Befragten die Wohnung zu den existenziellen Bedürfnissen der Menschen gehört. Entsprechend schnell müssen Lösungen für die angespannten Wohnungsmärkte in Deutschland gefunden werden.

Berlin braucht einen Pakt für faires Wohnen

#1 Neubau

In Berlin fehlen bis zu 200.000 Wohnungen. Nur durch massiven Neubau können wir den dringend benötigten Wohnraum schaffen. Und das geht nur im Schulterschluss zwischen städtischer, genossenschaftlicher und privater Wohnungswirtschaft, Gesellschaft und Politik.

#2 Individuelle und bedarfsgerechte Lösungen

Die Berücksichtigung der individuellen Einkommenssituation der Mieter ist fairer, als Ungleiches gleichzumachen. So kommt die Förderung tatsächlich dort an, wo sie gebraucht wird.

#3 Klimaschutz

Klimaschutz und Mieterschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Berlin braucht energieeffiziente Wohnungen mit bezahlbaren Mieten. Dafür müssen Vermieter, Mieter und Staat an einem Strang ziehen.

#4 Bauland/Spekulation

Nötig ist ein Gesamtüberblick über sämtliche Flächen in der Hauptstadt. Berlin muss zudem die Kontrolle über freies Bauland zurückgewinnen und auf diese Weise unnötige Spekulationen mit Grundstücken beenden.

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