Starker Zusammenschluss für das 2°-Ziel

Die Deutsche Wohnen unterstützt die Stiftung 2°, eine Allianz für unternehmerischen Klimaschutz.

Licht, Klimatisierung, Heizung – im Gebäudebereich entstehen rund ein Drittel der Kohlendioxidemissionen Deutschlands. Damit spielt der Sektor eine entscheidende Rolle für das Erreichen der nationalen Klimaschutzziele. In diesem Bewusstsein investiert die Deutsche Wohnen umfassend in den eigenen Bestand. Bereits seit 2017 arbeitet sie auch aktiv mit der Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz zusammen. Die Initiative von Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern und Familienunternehmern will die Politik bei der Etablierung marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz unterstützen und die Lösungskompetenz deutscher Unternehmen für den Klimaschutz aktivieren.

Nach der Beteiligung am Verbundprojekt Weg in die <2°-Wirtschaft der Stiftung 2° und des WWF Deutschland in den Jahren 2017/18 hat die Deutsche Wohnen im Vorfeld der Verabschiedung des Klimapaketes der Bundesregierung im September 2019 an der Erarbeitung eines Positionspapiers der Stiftung im Rahmen der Unternehmerinitiative Klimaschutzgesetz mitgewirkt. Seit November 2019 ist die Deutsche Wohnen nun auch eines von 20 Fördermitgliedern der Stiftung, die nach ihrem wichtigsten Ziel – die durchschnittliche globale Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu beschränken – benannt ist.

Drei Fragen an Michael Zahn, CEO der Deutsche Wohnen

Welche Ziele verfolgt die Deutsche Wohnen mit ihrer Fördermitgliedschaft in der Stiftung 2°?

Mit unserer Unterstützung der Stiftung 2° setzen wir uns zusammen mit Unternehmern aus allen Branchen und Sektoren für das Erreichen der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens ein und unterstreichen unser Engagement für mehr Klimaschutz. Jede Branche sollte hier ihrer Verantwortung gerecht werden. Gerade der Gebäudesektor muss beim Klimaschutz verstärkt Haltung zeigen. Mit unserem Bestand von rund 170.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten tragen wir aber nicht nur große Verantwortung – wir haben damit auch ein großes Potenzial: Wir können mit entsprechenden Maßnahmen den Energieverbrauch in den Gebäuden senken und damit zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen. In unserem strategischen Nachhaltigkeitsprogramm sind unsere diesbezüglichen Ziele für die nächsten Jahre bereits festgeschrieben.

Die Deutsche Wohnen ist das erste und bislang einzige Immobilienunternehmen unter den Fördermitgliedern der Stiftung 2° und damit Vorreiter der Branche. Mit welchen Besonderheiten hat der Gebäudesektor in Sachen Klimaschutz zu tun?

Wir als Immobilienunternehmen müssen weit im Voraus denken. Gebäude haben eine lange Lebensdauer. Um unsere Bestands- und Neubauten hin zu einem klimaneutralen Gebäudesektor zu entwickeln, müssen wir bereits heute die Grundsteine legen. Anders ist die von der Bundesregierung ausgerufene Treibhausgasneutralität im Jahr 2050 – die ich für ambitioniert und richtig halte – nicht zu erreichen. Sie würde nur ein leeres Versprechen bleiben. Aber: Wir brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen, die uns langfristige Investitions- und Planungssicherheit geben. Mit unserem Engagement in der Stiftung 2° möchten wir aktiv zur Etablierung solcher Rahmenbedingungen beitragen.

Klimaschutz ist also nicht im Alleingang zu schaffen?

Klimaschutz ist eine große und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Staat, Unternehmen und Bürger müssen sich ihr gleichermaßen und gemeinsam stellen. Aber Klimaschutz kostet auch Geld. Er muss sozialverträglich umgesetzt werden. Darüber muss offen gesprochen und diskutiert werden. Wir müssen dafür faire Lösungen finden und alle Beteiligten mitnehmen. Klimafreundliches Wirtschaften und Verhalten sollten richtig belohnt werden – das kann zum Beispiel mit einer intelligenten CO2-Bepreisung gelingen. Im Austausch und in den Projekten mit den Unternehmen in der Stiftung 2° können wir gemeinsam, lösungsorientiert und branchenübergreifend Antworten auf Fragen zum unternehmerischen Klimaschutz finden.

Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°

Sabine Nallinger ist seit 2014 Vorständin der Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz. Die Stadt-, Verkehrs- und Umweltplanerin war lange Zeit für Umweltverbände, Ingenieurbüros und bei den Stadtwerken München tätig.

Sabine Nallinger saß von 2008 bis Mai 2020 im Münchener Stadtrat für Bündnis 90/Die Grünen und betreute dort vor allem energie-, stadtentwicklungs- und verkehrspolitische Themen.

2014 kandidierte sie für das Amt der Oberbürgermeisterin von München. Sie ist zudem Aufsichtsratsmitglied bei der Vattenfall Wärme Berlin AG.

Drei Fragen an Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°

Mit der Fridays-for-Future-Bewegung hat das Thema Klimaschutz auch in Deutschland viel frischen Wind bekommen. Hat sich dadurch auch die Arbeit Ihrer Stiftung verändert?

Was wir derzeit spüren, ist ein wahres Momentum des Klimaschutzes. Das kommt ganz stark durch Fridays for Future, die das Thema Klimaschutz auf die Straße getragen und ordentlich Druck aufgebaut haben. Dadurch ist Klimaschutz ganz oben auf die Agenda gekommen. Aber diese Entwicklung ist nicht ganz alleine durch die Schülerinnen und Schüler gekommen; ich spüre, dass immer mehr Unternehmen erkennen, welche Verantwortung sie beim Klimaschutz haben, dies auch als Chance für sich annehmen und immer mehr zum Treiber in der Debatte werden. Ich habe oftmals den Eindruck, dass viele Unternehmen weiter sind als Teile der Politik.

Welche Chancen ergeben sich für die teilnehmenden Unternehmen durch eine Fördermitgliedschaft?

Die Stiftung 2° ist die progressive Stimme der deutschen Wirtschaft für ambitionierten Klimaschutz. Sie vereinigt große Unternehmen aus allen Branchen, die Klimaschutz als Chance sehen und ihn zu einem Teil ihrer Geschäftsmodelle machen. Darüber hinaus sind wir eine Handlungsplattform für unternehmerischen Klimaschutz; wir bringen Unternehmen zusammen, um ganz konkrete Lösungswege für den Klimaschutz aufzuzeigen und emissionsmindernde Projekte zu entwickeln. Wir sind also eine Art Wegbereiter des unternehmerischen Klimaschutzes für Politik und Wirtschaft. Unsere Förderunternehmen können das als Chance für ihr Unternehmen nutzen – und um den Klimaschutz in ihrem Geschäftsfeld und ihrer Branche voranzubringen.

Welche Bedeutung hat die Fördermitgliedschaft der Deutsche Wohnen für die Stiftung 2°?

Mit der Deutsche Wohnen haben wir einen ganz wichtigen Player aus der Immobilienbranche für unsere Stiftungsarbeit gewonnen. Gemeinsam möchten wir die Potenziale des Gebäudesektors für den Klimaschutz heben und nach Lösungen suchen, die alle Akteure rund ums Wohnen an Bord holen. Aus der Arbeit mit der Deutsche Wohnen weiß ich auch, dass viele motivierte Menschen aus dem Unternehmen nun mit uns gemeinsam an Themen und Projekten arbeiten werden – das freut mich besonders, denn am Ende kommt es ja auch beim Klimaschutz immer auf die Menschen an. Insofern freue ich mich auf die weitere Zusammenarbeit mit der Deutsche Wohnen und darauf, den Gebäudebereich beim Klimaschutz gemeinsam anzuschieben.

Weitere Artikel