Altes und Wertvolles in seiner ganzen Schönheit erhalten

Mit rund 30.000 entsprechenden Wohneinheiten zählt die Deutsche Wohnen zu den größten privaten Eigentümern von denkmalgeschützten Wohnimmobilien in Deutschland. Altes erhalten, Verantwortung für Bewahrenswertes übernehmen und trotzdem modernes Wohnen ermöglichen – das sind die Anforderungen bei der Sanierung denkmalgeschützter Wohnimmobilien. Ihre langjährige und umfassende Erfahrung damit hat die Deutsche Wohnen auch in Dresden-Kaditz und in Berlin-Zehlendorf erfolgreich eingesetzt.

Der Stadtteil Kaditz liegt im Nordwesten von Dresden, rechts der Elbe, ruhig und grün ist es hier. Es ist ein besonderes Ensemble, das sich in offener Blockrandbebauung zwischen Dunger-, Bobe- und Geibelstraße erstreckt. Die nach dem Dachausbau nun auf vier Geschossen bewohnten Häuser wurden mit neoklassizistischen Elementen im Reformstil gestaltet. Erbaut wurden sie wohl in den ersten zwanzig Jahren des letzten Jahrhunderts – Bauakten, die das belegen könnten, gibt es nicht mehr. Das Bauarchiv ist im Krieg verbrannt.

Dresden-Kaditz
Dresden-Kaditz

Die Deutsche Wohnen erwarb die Gebäude im Jahr 2018 und erstellte mit dem ortsansässigen Architektur- und Sachverständigenbüro Falk und in enger Abstimmung mit dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz die Pläne für die denkmalgerechte Sanierung. Das Erscheinungsbild dieser Wohnanlage mit seiner harmonisch gegliederten Fassade und den mächtigen Mansarddächern wurde nach der Wende durch zahlreiche nicht genehmigte Eingriffe in die Substanz erheblich entstellt. Inzwischen wurden die unproportionierten Balkonanlagen zurückgebaut, teilweise auch ersatzlos entfernt und neue Trapezbalkone mit Holzbelägen und Regenentwässerung in der Wand verankert. Überdimensionierte Einschnitte in den Dachtraufen und Gauben wurden rückgebaut. Im gleichen Zuge wurden in den Dachgeschossen Wohnungen mit nicht zeitgemäßen Grundrissen und zu kleinen Raumzuschnitten umgebaut und umgestaltet. Noch vom Jahrhunderthochwasser der Elbe im August 2002 herrührende Schäden im Keller wurden ebenfalls behoben.

Dresden-Kaditz

Baujahr: 1920er-Jahre
Häuser: 7
Wohnungen: 215
Investitionsvolumen: EUR 3,5 Mio.
Sanierungszeitraum: August 2019 – August 2020

„Das denkmalgeschützte Ensemble hat nun nach kurzer Bauzeit von nur einem Jahr seinen ursprünglichen Charakter zurückerhalten und erstrahlt wieder in seiner alten Pracht“, sagt Projektleiter Alexander Teuchert von der Deutsche Wohnen Construction and Facilities GmbH. Bei den Mietern stieß die Wiederherstellung der Ästhetik auf hohe Akzeptanz. „Planen und Bauen erfolgte bei voll vermieteten Wohnungen – behutsam und ressourcenschonend“, hebt Teuchert hervor – ein wichtiger Beitrag zum nachhaltigen und verantwortungsbewussten Umgang mit dem Bestand.

Auch in Berlin-Zehlendorf wurde mit Blick auf die historische Bausubstanz saniert. Die Häuser aus den 1930er-Jahren stehen selbst zwar nicht unter Denkmalschutz, jedoch grenzen sie direkt an die unter anderem von Bruno Taut geschaffene Waldsiedlung entlang der Argentinischen Allee an. Farbkonzept, Fassade, Hauseingänge — nach der Sanierung ergibt sich nun ein harmonisches Bild mit den Nachbargebäuden, die Zusammengehörigkeit wird betont.

Berlin-Zehlendorf
Berlin-Zehlendorf

„Ziel war eine behutsame Sanierung mit Augenmaß“, erklärt der technische Projektleiter Jendrik Kruse von der Deutsche Wohnen Construction and Facilities GmbH. Ein Großteil der Gesamtinvestitionssumme von rund EUR 12 Mio. fließt in die Instandhaltung und wird somit vom Eigentümer getragen. Die durchschnittliche Modernisierungsumlage beläuft sich auf lediglich 50 Cent pro Quadratmeter. Mit dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat die Deutsche Wohnen letztes Jahr eine Rahmenvereinbarung geschlossen, um Kommunikation und Ablauf von Sanierungsmaßnahmen ganz grundsätzlich zu regeln. Ein Treffen mit einer Mieterinitiative, zwei Mieterversammlungen, ein Mieterspaziergang – im intensiven Austausch konnten sich die Mieterinnen und Mieter informieren und einbringen. Aber das war noch nicht alles, erklärt Anne Grützmacher, kaufmännische Projektleiterin bei der Deutsche Wohnen Management GmbH: „Gemeinsam mit unserer Mieterbetreuung vor Ort haben wir auch individuelle Lösungen für besondere Situationen gefunden. Temporäre Ausweichquartiere für Härtefälle und eine umfassende Unterstützung bei der Schaffung der Baufreiheit sind hier nur zwei Beispiele.“

Berlin-Zehlendorf

Baujahr: Anfang 1930er-Jahre
Häuser: 63
Wohnungen: 383
Investitionsvolumen: EUR 12 Mio.
CO2-Einsparung: 46 Tonnen pro Jahr bzw. 12 %
Sanierungszeitraum: 2018–2020

Berücksichtigt wurden in erster Linie auch Umweltaspekte: Das Dach wurde nur mittels einer zusätzlichen Abdichtungsbahn instand gesetzt und nicht komplett ausgetauscht, wodurch erhebliche Abfallmengen vermieden wurden. Zur Wärmedemmung wurde Mineralwolle statt Styropor genutzt. Die Fenster sowie Kellerdecken wurden isoliert, um eine energetische Einsparung von mehr als 10 % zu erzielen. Zudem konnten die historischen Doppelkastenfenster erhalten und in die heutige Zeit geholt werden: „Dafür musste in einem ersten, sehr aufwendigen Schritt die bleihaltige Farbe entfernt werden. Wir haben dann mit Fräsarbeiten dafür gesorgt, dass als Innenfenster ein breiteres Isolierglas eingesetzt werden konnte“, so Kruse. „Damit haben wir eine energetische Aufwertung erreicht, ohne die Optik zu verändern.“

Bei den Außenanlagen, die 2020 fertiggestellt werden, setzt die Deutsche Wohnen auf Nachhaltigkeit und arbeitet hierfür eng mit der Unteren Naturschutzbehörde zusammen. So sind etwa Waldwiesen für heimische Insekten geplant. Ebenso wird Rücksicht auf den Lebensraum anderer tierischer Siedlungsbewohner genommen: Als eine Anwohnerin während der Sanierungsmaßnahmen meldete, dass in einem Baum, der gefällt werden sollte, ein Eichhörnchen lebt, wurden die Pläne geändert. Damit der Baum die Fassade nicht schädigt, wurde er nunmehr nur bis zur Hälfte entastet, und in der Krone darf der „Willi“ getaufte possierliche Kletterprofi gerne weiter wohnen.

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