Viel Einsatz für mehr Pflege

Bei der Deutsche Wohnen finden alle ein Zuhause, das rundherum passt. Singles, Paare, Familien und auch ältere Menschen. Unsere Pflegeeinrichtungen und Angebote für Betreutes Wohnen liegen in attraktiven Städten und Regionen. Um den wachsenden Bedarf zu decken, schaffen wir auch hier mehr Angebote durch Neubau. Dr. Jochen Schellenberg, Managing Director Nursing Operations, erklärt, worauf es dabei ankommt.

Vor kurzem wurde in Dresden mit KATHARINENHOF AN DER HEIDE eine neue Einrichtung eröffnet. Weitere Neubauprojekte im Pflegebereich sind geplant. Warum ist das Thema so wichtig?

Der demografische Wandel stellt uns alle vor gewaltige Herausforderungen, denn die Zahl der Pflegebedürftigen wächst stetig. Die Deutsche Wohnen hat diese Entwicklung schon vor vielen Jahren erkannt. Deshalb gehören heute zwei große Pflegeanbieter zum Konzern: die KATHARINENHOF Seniorenwohn- und Pflegeanlage Betriebs-GmbH und die PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG GmbH. Weil der Bedarf wächst, bauen wir neu und modernisieren die einzelnen Häuser.

Und wo wird gebaut?

Aktuell gibt es Neubauprojekte in Berlin-Pankow, in Berlin- Köpenick, in Dresden und in Hamburg. Weitere Neubauprojekte sind in unserer Wachstumsstrategie, neben Zukäufen von bereits existierenden Pflegeeinrichtungen, ausdrücklich eingeschlossen. Hier gibt es aktuell noch keine konkreten Planungen, allerdings klar festgelegte Regionen, in denen wir wachsen wollen.

Was unterscheidet einen Neubau im Pflegesektor von einem herkömmlichen Neubau für den Mietwohnungsmarkt?

Unsere Erfahrung zeigt uns, dass die Älteren selber – aber auch ihre Angehörigen – beim ersten Besuch unserer Einrichtungen zuerst nach dem Zimmer oder Apartment fragen. Wie groß ist es? Wie ist der Blick? Ist es ruhig? Die Frage nach unterstützenden Angeboten, wie Tagespflege oder Möglichkeiten einer späteren vollstationären Pflege, ist zumeist erst die zweite. Ein Neubau gibt uns die Chance, genau diese Wünsche an die Qualität des Wohnens zu berücksichtigen. Dazu sind selbstverständlich – von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche – rechtliche Vorschriften für den Bau zu beachten und einzuhalten.

Denken und Planen in Quartieren hat bei der Deutsche Wohnen großes Gewicht. Gilt das auch für den Pflegesektor?

Ganz klar ja. Wir planen unsere Neubauten für das Quartier und sehen uns in diesem Rahmen sehr genau den Bedarf vor Ort an. Und: Unsere Häuser sind Teil des Lebens im Quartier und stehen mit ihren Angeboten im sozialen oder kulturellen Bereich auch den Menschen aus der Nachbarschaft ganz bewusst offen.

Bei älteren Menschen ist das Stichwort Digitalisierung nicht das Erste, was einem einfällt. Trotzdem spielen IT-Lösungen auch bei der Pflege zunehmend eine Rolle. Gilt das auch für Ihre Häuser?

Das ist ein wichtiges Thema und wird es bleiben. Wir sind hier in einem Prozess, in dem wir oft schon ein ganzes Stück weiter sind als der Markt. Lassen Sie mich zwei Beispiele nennen: In unseren Häusern können Pflegekräfte mit Hilfe eines Tablet- Computers in 15 Minuten den Gang eines Menschen per Video aufnehmen und analysieren. Daraus wird automatisch die mögliche Sturzgefahr ermittelt. Und: Auch ein entsprechendes Bewegungs- und Physiotherapieprogramm wird automatisch erstellt. Ein anderes Beispiel sind digitale Pflegedokumentationsmodule und Pflegeplanungsmodule, die es bei uns im Gegensatz zu anderen Betreibern schon geraume Zeit gibt. Das erleichtert die Arbeit, macht sie attraktiver und erhöht die Versorgungssicherheit für die bei uns lebenden älteren Menschen. In Zukunft werden wir die Digitalisierung in unseren Einrichtungen mit hohem Tempo weiter vorantreiben.

Wie viel wird die Deutsche Wohnen in den nächsten Jahren in den Ausbau von Pflegeplätzen investieren?

Unser Fokus liegt zurzeit auf Hamburg: Dort bauen wir in den kommenden fünf bis acht Jahren sieben Standorte komplett neu auf und werden in diesem Rahmen rund 360 Millionen Euro investieren.

Über 300.000 zusätzliche Pflegeplätze werden bis 2035 benötigt – dies entspricht etwa 3.000 neuen Pflegeheimen.*

Insbesondere in den Großstädten Berlin, Hamburg, Hannover, München und Köln wird es einen erhöhten Bedarf geben.*

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<p><em>Quellen:</em><br />
<em>*   Pflegeheim-Atlas Deutschland 2018 (Annahme einer konstanten regionalen Auslastung und eines proportionalen/linearen Zusammenhangs mit</em><em> der Entwicklung der älteren Nachfragegruppe)</em><br />
<em>** Statistisches Bundesamt (Destatis), 2019 (Annahme einer moderaten Entwicklung)</em></p>

 

 

Quellen:
*   Pflegeheim-Atlas Deutschland 2018 (Annahme einer konstanten regionalen Auslastung und eines proportionalen/linearen Zusammenhangs mit der Entwicklung der älteren Nachfragegruppe)
** Statistisches Bundesamt (Destatis), 2019 (Annahme einer moderaten Entwicklung)

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