Klimaschutz mit klarem Konzept

Für fast 90 % der Menschen in Deutschland ist der Klimaschutz mindestens wichtig oder sogar sehr wichtig. Eine große Mehrheit befürwortet auch energetische Gebäudesanierungen für den Klimaschutz. Diese Zustimmung ist für Mietende jedoch mit einem großen Aber verbunden: Die Miete soll dafür nicht wesentlich steigen. Und auch Selbstnutzer:innen und Vermieter:innen sehen die notwendigen energetischen Sanierungen nicht nur positiv.

Da sind zum einen die hohen Investitionskosten, denn energetische Baumaßnahmen im Bestand sind teuer. Selbstnutzer:innen und privaten Kleinvermieter:innen fehlt häufig das nötige Eigenkapital. Für Vermieter:innen entstehen oft zusätzliche Kosten durch Verzögerungen der Baumaßnahmen aufgrund von Einsprüchen seitens der Mietenden oder langwierigen behördlichen Genehmigungsverfahren.

Um auf die Mietenden zurückzukommen: Sie fürchten energetische Modernisierungen aus Sorge, sich die eigene Wohnung aufgrund steigender Miete nicht mehr leisten zu können. Dieser Konflikt zwischen Klimaschutz und höheren Mieten lässt sich in Zahlen abbilden: Um in einem energetisch ertüchtigten Haus zu wohnen, das dabei hilft, die Klimaziele zu erreichen, wollen einer Umfrage zufolge 87 % der Teilnehmenden nicht mehr als 50 Euro im Monat zusätzlich zahlen.

Auf der anderen Seite gilt, dass Deutschland seine Klimaziele bis 2050 nur dann erreicht, wenn die Sanierungsquote hierzulande von momentan 1 % auf 2,5 % steigt. Kurz zur Erinnerung: Rund ein Drittel der CO2-Emissionen entstehen im Gebäudesektor!

Um diesen Konflikt zu lösen, wäre eine Sanierungsoffensive notwendig, die sozialverträglich gestaltet werden muss. Wir haben hierzu ein Konzept vorgelegt, das die Einnahmen aus dem nationalen Emissionshandel nutzen will.

  • 89 %

    der Menschen in Deutschland finden Klimaschutz wichtig oder sogar sehr wichtig

  • 57 %

    befürworten eine energetische Sanierung für den Klimaschutz

  • 79 %

    sehen Mietkosten als größte Hürde bei energetischer Sanierung

  • 87 %

    wollen nicht mehr als 50 Euro pro Monat zusätzlich zahlen

Quelle: Umfrage Meinungsforschungsinstitut Kantar TNS im Auftrag der Deutsche Wohnen 2020

Das Konzept: ganz einfach, ganz gerecht

Derzeit übernimmt der Vermieter bei der Sanierung eines Wohnhauses zunächst alle Kosten. In einem zweiten Schritt kann er den Modernisierungsanteil der Gesamtinvestition zu maximal 8 % auf die Miete umlegen. Diese sogenannte Modernisierungsumlage soll zukünftig in Teilen vom Energie- und Klimafonds – kurz EKF – übernommen werden.

Der EKF wurde von der Bundesregierung mit dem Ziel geschaffen, Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz sowie des Klima- und Umweltschutzes zu finanzieren. Seine Einnahmen bezieht er aus dem Verkauf von Kohlenstoffdioxid-Zertifikaten im Rahmen des europäischen Emissionshandels. Diese steigen ab 2021 durch die nationale CO2-Bepreisung im Verkehrs- und Gebäudesektor noch einmal an. Aus dem EKF werden Maßnahmen bezahlt, die den Klimaschutz und die Energiewende voranbringen. Doch bisher wurden fast nur Verkehrsprojekte damit finanziert. Die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Bahnfahrten oder die Erhöhung der Pendlerpauschale gehören zum Beispiel dazu. Wir schlagen vor, diese Einnahmen auch zu nutzen, um den Gebäudesektor in Deutschland nahezu klimaneutral zu gestalten.

In Stufen und mit deutlichen Vorteilen

Grundlage ist ein Stufenmodell, das vor allem die Mieter:innen vor plötzlich stark steigenden Mieten schützt. So soll im ersten Jahr nach der Modernisierung der EKF die volle Modernisierungsumlage übernehmen. In einem Zeitraum von 15 Jahren schmilzt diese Förderung ab. Gleichzeitig sparen die Mietenden von Beginn an bei den Heizkosten. Das hat den positiven Effekt, dass in den ersten Jahren nach der energetischen Modernisierung die Miete sogar sinkt!

Unser Vorschlag bietet viele Vorteile. Das Modell der Deutsche Wohnen

  • wird die Sanierungsrate sprunghaft ansteigen lassen,
  • gibt den Bürger:innen das Geld aus der CO2-Bepreisung zurück,
  • fängt die Energiekostensteigerungen wirksam ab
  • und sorgt vor allem dafür, dass wir die Klimaziele erreichen.

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