Alle Ampeln auf Grün

Jedes Bundesland, jede Region, jede Stadt ist anders als die anderen. Das gilt für das einzelne Haus noch einmal mehr. Deshalb modernisieren wir nicht „nach Schema F“. Wir modernisieren mit viel Liebe zum architektonischen Detail und immer mit dem Ziel der energetischen Ertüchtigung. Beispiele gibt es viele …

Klimaschutz in Berlin-Kreuzberg

Die Otto-Suhr-Siedlung in Berlin-Kreuzberg gehörte zu den großen Wiederaufbauprojekten im Westberlin der Nachkriegszeit. Ganze sieben Jahre dauerte damals der Bau der Siedlung, die den Namen des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin trägt. Im Jahr 2015 haben die Arbeiten begonnen, den Bestand der Deutsche Wohnen in der Otto-Suhr-Siedlung fit für die Zukunft zu machen. Dabei ging es um 1.678 Wohnungen und acht Gewerbeflächen. So groß wie die Zahl der Wohnungen warauch die selbst erstellte To-do-Liste: Auf dem Modernisierungs- und Bauprogramm standen unter anderem die Sanierung der Fenster, die Modernisierung der Hauseingänge und Treppenhäuser und die Wärmedämmung an den Fassaden, den obersten Geschoss- und den Kellerdecken. Anstatt einfache Metallbrüstungen einzusetzen, wurden die alten Klinkersteine erhalten, die der Siedlung ihr besonderes Aussehen geben. Kaputte Klinker wurden durch speziell angefertigte Steine ersetzt, um den Originalfarbton zu treffen. Zudem wurden durch Dachgeschossaufstockung 28 zusätzliche Wohnungen in Holztafelbauweise geschaffen. „Aufgrund der Größe der Siedlung erzielen wir durch die energetische Sanierung der Gebäudehülle eine enorme Energieeinsparung und mit dem Bau der neuen Wohnungen leisten wir zusätzlich einen Beitrag für unsere Stadt“, sagt der technische Projektleiter, Max Roda. Die Arbeiten wurden 2020 größtenteils abgeschlossen. Im Jahr 2021 werden noch die Außenanlagen gestaltet.

Lückenschließung in der Berliner Topsstraße

Die Topsstraße im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg trägt ihren ungewöhnlichen Namen nach Hermann Tops, der als Kommunist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus im Dritten Reich hingerichtet wurde. An der Ecke zur bekannten Schönhauser Allee, in einem sogenannten Milieuschutzgebiet, liegen drei Gebäudeblöcke der Deutsche Wohnen, die aus dem Jahr 1937 stammen. In den vergangenen zwei Jahren sind die 202 Wohnungen unter Berücksichtigung behördlicher Maßgaben zeitgemäß saniert worden. Zu den Arbeiten gehörten die Kellerdeckendämmung sowie die Sanierung der Balkone, Fassaden, Fenster, Treppenhäuser und Dächer. Außerdem wurden die Bäder und die Haustechnik erneuert. „Wichtig waren uns vor allem der nachhaltige Wechsel von der Ofenheizung auf Fernwärme und die Instandsetzung der historischen Kastendoppelfenster“, erläutert Armin Schulz, der technische Projektleiter. Zu den besonderen Maßnahmen an dem Projekt gehört ein Neubau mit vier Wohnungen. Dieser schließt endlich wieder die Lücke in dem Ensemble, die durch die Zerstörung des ursprünglichen Hausaufgangs im Krieg entstanden war.

»Wichtig waren uns vor allem der nachhaltige Wechsel von der Ofenheizung auf Fernwärme und die Instandsetzung der historischen Kastendoppelfenster«

Armin Schulz
Technischer Projektleiter

Am historischen Vorbild orientiert: der Rudolfplatz in Braunschweig

Im Nordwesten von Braunschweig – direkt am Rudolfplatz – liegt das Quartier der Deutsche Wohnen. Es prägt wesentlich das Gesicht des wichtigen Knotenpunktes im westlichen Ringgebiet der Stadt. Die Häuser des Quartiers stammen aus verschiedenen Baujahren und werden in den nächsten Jahren Abschnitt für Abschnitt saniert. Den Anfang machen im ersten Bauabschnitt die viergeschossigen Häuser aus den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Dabei wird die einzigartige Architektur der Zeit erhalten und gleichzeitig die Wohnqualität für die Mieter:innen erhöht. „Wir sanieren die Fassade, bauen Holzsprossenfenster, decken die Dächer neu und überarbeiten die Hauseingänge und Treppenhäuser vollständig. Wir orientieren uns dabei an dem historischen Vorbild, zum Beispiel an den Fassadenfarben und den Farben der Holztüren, um die Anlage in neuem Glanz erstrahlen zu lassen“, erklärt Andrea Ortmann, die die Arbeiten vor Ort verantwortet. Hierfür wurden ein restauratorisches Gutachten sowie alte Bildaufnahmen herangezogen. Dazu kommen Brandschutzmaßnahmen und die Aufwertung der Außenanlagen.

Berlin-Weißensee – alt und neu zugleich

„Einmal alles, bitte!“, sagt der technische Projektleiter Jendrik Kruse, wenn er gefragt wird, was in den Häusern der Deutsche Wohnen in Weißensee zu tun war. So wurde nicht nur das Fassadendämmsystem ersetzt, sondern auch nahezu die gesamte Haustechnik modernisiert. Außerdem wurden die Badezimmer aller Wohnungen komplett erneuert. Hauseingänge und Treppenhäuser wurden unter Etablierung eines auf die neue Fassade abgestimmten Farbkonzepts instand gesetzt. Dabei wurde darauf geachtet, dass sich die Gebäude wieder in die umliegende Denkmalbebauung einfügen. Die historischen Kastendoppelfenster wurden erhalten und aufgearbeitet, um den Charme der 1930er-Jahre zu bewahren. Neben diesen umfassenden Arbeiten am Bestand konnten 50 neue Wohnungen mit Terrassen oder Loggien als Dachgeschossaufbau geschaffen werden. „Wir haben damit in Berlin dringend benötigten Wohnraum geschaffen“, so Jendrik Kruse. „Außerdem wurde der CO2-Fußabdruck der 337 Bestandswohnungen um rund 68 % reduziert.“

»Umfangreiche Modernisierungsarbeiten sind manchmal sehr herausfordernd, aber das Ergebnis ist es wert.«

Jendrik Kruse,
Teamleiter Technisches Projektmanagement

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